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Skonto berechnen und buchen: vor oder nach der MwSt?

Skonto ist ein Preisnachlass für schnelles Bezahlen. Es wird vom Rechnungsbetrag inklusive Mehrwertsteuer abgezogen, und die Steuer wird anteilig berichtigt.

Aktualisiert am

Was ist Skonto?

Auf vielen Rechnungen steht „zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto oder innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto“. Wer früh zahlt, darf 2 % abziehen. Für den Käufer ist das ein Lieferantenskonto (er spart), für den Verkäufer ein Kundenskonto (er bekommt weniger).

Skonto ist ein nachträglicher Preisnachlass. Der Einkaufspreis bzw. der Umsatz wird kleiner, und weil sich der Preis ändert, ändert sich auch die Mehrwertsteuer darauf.

Skonto vor oder nach der Mehrwertsteuer abziehen?

Gerechnet wird mit dem Rechnungsbetrag, also dem Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer: Man überweist den Bruttobetrag minus Skonto. Der Skontobetrag selbst enthält dann anteilig Steuer, und genau diesen Anteil korrigiert die Buchhaltung.

Skonto (brutto) = Rechnungsbetrag × Skontosatz → Steueranteil = Skonto brutto ÷ (1 + Steuersatz) × Steuersatz

NettoUSt 19 %Brutto
Rechnung10.000,00 €1.900,00 €11.900,00 €
2 % Skonto200,00 €38,00 €238,00 €
Zahlung9.800,00 €1.862,00 €11.662,00 €
Ob man 2 % vom Brutto rechnet oder 2 % vom Netto plus 2 % der Steuer: Das Ergebnis ist dasselbe.

Lieferantenskonto buchen (Einkauf)

Die Verbindlichkeit über 11.900 € wird ganz ausgebucht. Bezahlt werden nur 11.662 €. Die Differenz teilt sich auf den Nachlass (netto 200 €) und die zu viel abgezogene Vorsteuer (38 €) auf.

SVerbindlichkeiten aLuLH

Bank, Skonti, Vorsteuer11.900,00 €

SBankH

Verbindlichkeiten11.662,00 €

SLiefererskontiH

Verbindlichkeiten200,00 €

SVorsteuerH

Verbindlichkeiten38,00 €

Verbindlichkeiten aLuL 11.900 an Bank 11.662 / Liefererskonti 200 / Vorsteuer 38

Kundenskonto buchen (Verkauf)

Spiegelbildlich beim Verkäufer: Die Forderung über 11.900 € wird ausgebucht, auf der Bank gehen 11.662 € ein. Der Nachlass mindert die Umsatzerlöse, und die Umsatzsteuer wird um 38 € berichtigt.

Bank 11.662 / Kundenskonti 200 / Umsatzsteuer 38 an Forderungen aLuL 11.900

Skonto in der Schweiz

Das Prinzip ist gleich, nur der Steuersatz ist anders: Die Normalsatz-MWST beträgt 8,1 %. Bei einer Rechnung über CHF 10.810 (CHF 10.000 + CHF 810 MWST) und 2 % Skonto überweist man CHF 10.593,80. Der Skonto von CHF 216,20 enthält CHF 16,20 MWST, die bei der effektiven Abrechnungsmethode als Vorsteuer bzw. geschuldete MWST korrigiert werden.

  • Lieferantenskonti mindern den Warenaufwand (Konto „Lieferantenskonti“ bzw. direkt Warenaufwand im Haben).
  • Kundenskonti mindern den Warenertrag (Konto „Kundenskonti“ bzw. direkt Warenertrag im Soll).
  • Wer nach der Saldosteuersatzmethode abrechnet, korrigiert keine Vorsteuer, weil er keine abzieht.

Kurz prüfen

Rechnung 5.950 € inkl. 19 % USt, 3 % Skonto. Wie viel überweist der Käufer?

Welches Konto wird beim Lieferantenskonto neben dem Skontokonto im Haben korrigiert?

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Typische Fehler in der Klausur

  • Skonto nur vom Nettobetrag abziehen und den Bruttobetrag minus Netto-Skonto überweisen: Dann fehlt die Steuerkorrektur.
  • Die Vorsteuer bzw. Umsatzsteuer nicht berichtigen: Der Preis ist gesunken, also auch die Steuer.
  • Skonto als Ertrag bzw. Aufwand buchen statt als Minderung des Einkaufs bzw. Umsatzes.
  • Skonto mit Rabatt verwechseln: Ein Rabatt steht schon auf der Rechnung, Skonto gibt es erst für die schnelle Zahlung.

Jetzt selbst buchen

Drei Geschäftsfälle aus dem Buchungssätze-Trainer: Konten wählen, Beträge eintragen, prüfen lassen.

Kontenrahmen

Aufgabe 1 von 3Zahlungsverkehr

Geschäftsfall

Kontoauszug: Lastschrift 7.735,00 € für die Rechnung von Krause GmbH.

Eingabe

Soll

Zugang Aktiv · Aufwand · Abgang Passiv

Summe Soll0,00 €

Haben

Zugang Passiv · Ertrag · Abgang Aktiv

Summe Haben0,00 €

Häufige Fragen

Wird Skonto vom Brutto- oder vom Nettobetrag berechnet?+

Vom Rechnungsbetrag, also brutto inklusive Mehrwertsteuer. In der Buchhaltung wird der Skonto danach in den Nettonachlass und den Steueranteil aufgeteilt.

Muss ich bei Skonto die Vorsteuer korrigieren?+

Ja. Der Skonto senkt den Preis, und damit auch die abziehbare Vorsteuer. Beim Verkäufer sinkt entsprechend die Umsatzsteuer.

Lohnt sich Skonto?+

Fast immer. 2 % Skonto für 20 Tage früher zahlen entsprechen aufs Jahr gerechnet rund 36 % Zins. Selbst ein Kontokorrentkredit ist meist billiger.

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