CleverSphere

Bestandskonten und Erfolgskonten: Unterschied und Abschluss

Bestandskonten kommen aus der Bilanz und haben einen Anfangsbestand. Erfolgskonten sammeln Aufwand und Ertrag eines Jahres und landen in der GuV.

Aktualisiert am

Bestandskonten

Bestandskonten entstehen aus den Posten der Bilanz. Aktivkonten (Kasse, Bank, Forderungen, Maschinen) kommen von der Aktivseite, Passivkonten (Eigenkapital, Darlehen, Verbindlichkeiten) von der Passivseite. Sie beginnen das Jahr mit dem Anfangsbestand aus der Eröffnungsbilanz und enden mit einem Schlussbestand.

Am Jahresende werden sie über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen. Aus dem SBK entsteht die Schlussbilanz, und deren Werte sind der Anfangsbestand des nächsten Jahres.

Erfolgskonten

Erfolgskonten erfassen, was den Gewinn verändert: Aufwandskonten (Miete, Löhne, Wareneingang, Abschreibungen) und Ertragskonten (Umsatzerlöse, Zinserträge). Sie haben keinen Anfangsbestand, weil sie nur einen Zeitraum abbilden und jedes Jahr bei null beginnen.

Erfolgskonten sind Unterkonten des Eigenkapitals. Aufwand verringert das Eigenkapital, deshalb steht er im Soll (wie ein Abgang beim Passivkonto Eigenkapital). Ertrag erhöht es, deshalb steht er im Haben.

Am Jahresende werden alle Erfolgskonten über das GuV-Konto abgeschlossen. Der Saldo des GuV-Kontos ist der Gewinn oder Verlust, und der geht ins Eigenkapital.

Der Abschluss im Überblick

KontoAbschluss überBuchungssatz (Beispiel)
AktivkontoSchlussbilanzkontoSBK an Bank
PassivkontoSchlussbilanzkontoDarlehen an SBK
AufwandskontoGuV-KontoGuV an Mietaufwand
ErtragskontoGuV-KontoUmsatzerlöse an GuV
GuV-Konto (Gewinn)EigenkapitalGuV an Eigenkapital
EigenkapitalSchlussbilanzkontoEigenkapital an SBK

Beispiel: Im Jahr gab es 80.000 € Umsatzerlöse und insgesamt 65.000 € Aufwand. Das GuV-Konto zeigt im Haben 80.000 € und im Soll 65.000 €, der Saldo von 15.000 € ist der Gewinn. Buchung: GuV an Eigenkapital 15.000 €. Das Eigenkapital steigt um diesen Betrag.

Schweiz

In der Schweiz heißt die GuV Erfolgsrechnung, Aufwands- und Ertragskonten sind die Erfolgskonten. Der Ablauf ist derselbe: Abschluss der Erfolgskonten über die Erfolgsrechnung, Gewinn ins Eigenkapital, Bestandskonten in die Schlussbilanz.

Kurz prüfen

Welches dieser Konten hat einen Anfangsbestand?

Wie wird das Konto Löhne am Jahresende abgeschlossen?

Weiter im Rechnungswesen

Typische Fehler in der Klausur

  • Erfolgskonten über das SBK abschließen: Aufwand und Ertrag gehen in die GuV, nur Bestandskonten ins SBK.
  • Den Gewinn vergessen: Ohne die Buchung GuV an Eigenkapital geht das SBK nicht auf.
  • Aufwandskonten einen Anfangsbestand geben: Erfolgskonten starten jedes Jahr bei null.
  • Aufwand und Ertrag beim Abschluss vertauschen: Aufwandskonten schließen mit „GuV an …“, Ertragskonten mit „… an GuV“.

Jetzt selbst buchen

Drei Geschäftsfälle aus dem Buchungssätze-Trainer: Konten wählen, Beträge eintragen, prüfen lassen.

Kontenrahmen

Aufgabe 1 von 3Aufwand & Ertrag

Geschäftsfall

Die Bank schreibt uns 45,00 € Zinsen gut.

Eingabe

Soll

Zugang Aktiv · Aufwand · Abgang Passiv

Summe Soll0,00 €

Haben

Zugang Passiv · Ertrag · Abgang Aktiv

Summe Haben0,00 €

Häufige Fragen

Warum stehen Aufwendungen im Soll?+

Weil Aufwand das Eigenkapital verringert, und das Eigenkapital ist ein Passivkonto, das im Soll abnimmt. Erfolgskonten sind ausgelagerte Teile des Eigenkapitals.

Was ist das Schlussbilanzkonto?+

Ein Hilfskonto, auf dem am Jahresende alle Bestandskonten abgeschlossen werden. Es entspricht inhaltlich der Schlussbilanz.

Ist das Privatkonto ein Erfolgskonto?+

Nein. Es ist ein Unterkonto des Eigenkapitals, wird aber direkt über das Eigenkapital abgeschlossen, nicht über die GuV, weil Privatentnahmen keinen Aufwand darstellen.

Alle Themen in Rechnungswesen