Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) einfach erklärt
Die GuV stellt Aufwand und Ertrag eines Jahres gegenüber. Was übrig bleibt, ist der Gewinn oder Verlust.
Aktualisiert am
Was zeigt die GuV?
Die Bilanz zeigt Bestände an einem Tag. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zeigt dagegen, was im ganzen Jahr passiert ist: Wie viel hat das Unternehmen erwirtschaftet (Erträge), und was hat es dafür verbraucht (Aufwendungen)?
Erträge − Aufwendungen = Jahresüberschuss (oder Jahresfehlbetrag)
Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital in der Bilanz, ein Verlust verringert es. Damit sind Bilanz und GuV miteinander verbunden.
Beispiel in Staffelform
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Umsatzerlöse | 200.000 € |
| − Materialaufwand | 80.000 € |
| − Personalaufwand | 60.000 € |
| − Abschreibungen | 15.000 € |
| − Sonstige betriebliche Aufwendungen | 20.000 € |
| = Betriebsergebnis | 25.000 € |
| − Zinsaufwand | 5.000 € |
| = Ergebnis vor Steuern | 20.000 € |
In der Buchführung wird die GuV als Konto geführt (Kontoform): Aufwendungen im Soll, Erträge im Haben, der Saldo ist der Gewinn. Im Jahresabschluss steht sie in Staffelform, also von oben nach unten gerechnet wie im Beispiel.
Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren
- Gesamtkostenverfahren (GKV): alle Aufwendungen des Jahres nach Arten (Material, Personal, Abschreibungen). Wurde mehr produziert als verkauft, kommt die Bestandserhöhung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen als Ertrag dazu.
- Umsatzkostenverfahren (UKV): nur die Kosten der verkauften Produkte, gegliedert nach Funktionen (Herstellung, Vertrieb, Verwaltung). Bestandsveränderungen tauchen nicht auf.
- Beide Verfahren führen zum selben Jahresergebnis, sie gliedern nur anders. In Deutschland ist das GKV verbreiteter, international das UKV.
Schweiz: die Erfolgsrechnung
In der Schweiz heißt die GuV Erfolgsrechnung. Art. 959b OR erlaubt die Produktionserfolgsrechnung (entspricht dem Gesamtkostenverfahren) oder die Absatzerfolgsrechnung (entspricht dem Umsatzkostenverfahren). Das Ergebnis heißt Jahresgewinn oder Jahresverlust.
Kurz prüfen
Umsatzerlöse 150.000 €, Materialaufwand 60.000 €, Personalaufwand 50.000 €, Abschreibungen 10.000 €, Zinsaufwand 4.000 €. Wie hoch ist das Ergebnis vor Steuern?
Ein Unternehmen kauft eine Maschine für 40.000 € per Bank. Wie verändert das die GuV dieses Tages?
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Typische Fehler in der Klausur
- Investitionen als Aufwand rechnen: Eine gekaufte Maschine kommt in die Bilanz, in die GuV nur die jährliche Abschreibung.
- Einzahlungen mit Erträgen verwechseln: Ein aufgenommenes Darlehen bringt Geld, aber keinen Ertrag.
- Beim Gesamtkostenverfahren die Bestandsveränderungen vergessen.
- GuV und Kostenrechnung gleichsetzen: Die GuV folgt dem Handelsrecht, die Kostenrechnung ist intern und kennt z. B. kalkulatorische Kosten.
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Drei Geschäftsfälle aus dem Buchungssätze-Trainer: Konten wählen, Beträge eintragen, prüfen lassen.
Kontenrahmen
Geschäftsfall
Ein Kunde kauft Waren für 80,00 € netto zzgl. 19 % USt und zahlt bar.
Soll
Zugang Aktiv · Aufwand · Abgang Passiv
Summe Soll0,00 €
Haben
Zugang Passiv · Ertrag · Abgang Aktiv
Summe Haben0,00 €
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Cashflow?+
Der Gewinn kommt aus Aufwand und Ertrag, der Cashflow aus Ein- und Auszahlungen. Abschreibungen senken den Gewinn, kosten aber kein Geld; ein Darlehen bringt Geld, aber keinen Gewinn.
Muss jedes Unternehmen eine GuV aufstellen?+
In Deutschland alle Kaufleute, die nach HGB bilanzieren, als Teil des Jahresabschlusses. Kleine Einzelunternehmen unter den Grenzen von § 241a HGB dürfen stattdessen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machen. In der Schweiz gehört die Erfolgsrechnung zur Jahresrechnung buchführungspflichtiger Unternehmen.
