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Soll und Haben einfach erklärt: T-Konten und Buchungssatz

Soll ist die linke, Haben die rechte Seite eines Kontos. Mit vier Regeln weißt du bei jedem Geschäftsfall, wo gebucht wird.

Aktualisiert am

Was bedeuten Soll und Haben?

Jeder Bilanzposten bekommt in der Buchführung ein eigenes Konto, z. B. Kasse, Bank oder Darlehen. Ein Konto wird als T gezeichnet: Die linke Seite heißt Soll, die rechte Haben. Die Wörter haben heute keine Bedeutung mehr im Alltagssinn, sie sind einfach die Namen der beiden Seiten.

Ob ein Betrag im Soll oder im Haben steht, hängt davon ab, ob das Konto auf der Aktiv- oder Passivseite der Bilanz steht und ob es mehr oder weniger wird.

Die vier Regeln

KontoartAnfangsbestandZugang (+)Abgang (−)
Aktivkonto (Kasse, Bank, Forderungen, Maschinen)SollSollHaben
Passivkonto (Eigenkapital, Darlehen, Verbindlichkeiten)HabenHabenSoll
Aufwandskonto (Miete, Löhne, Wareneingang)–SollHaben (nur Korrektur)
Ertragskonto (Umsatzerlöse, Zinserträge)–HabenSoll (nur Korrektur)

Merkhilfe: Aktivkonten starten links, weil die Aktiva links in der Bilanz stehen, Passivkonten rechts. Zugänge kommen auf die Seite des Anfangsbestands, Abgänge auf die andere.

Der Buchungssatz: Soll an Haben

Jeder Geschäftsfall berührt mindestens zwei Konten, einmal im Soll und einmal im Haben, mit derselben Summe. Das ist die doppelte Buchführung. Der Buchungssatz nennt zuerst das Konto im Soll, dann „an“ und das Konto im Haben.

Beispiel: Du hebst 500 € vom Bankkonto ab und legst sie in die Kasse. Die Kasse (Aktivkonto) nimmt zu, also Soll. Die Bank (Aktivkonto) nimmt ab, also Haben.

Kasse 500 € an Bank 500 €

SKasseH

Bank500 €

SBankH

Kasse500 €

In den T-Konten steht jeweils das Gegenkonto: Auf dem Konto Kasse steht „Bank“, auf dem Konto Bank „Kasse“. So siehst du später, woher ein Betrag kam.

In vier Schritten zum Buchungssatz

  1. Welche Konten sind betroffen? (Kasse und Bank)
  2. Aktiv, Passiv, Aufwand oder Ertrag? (beide aktiv)
  3. Zugang oder Abgang? (Kasse +, Bank −)
  4. Regel anwenden und prüfen, ob Soll und Haben gleich hoch sind.

Schweiz: Soll / Haben mit Schrägstrich

In der Schweiz schreibt man den Buchungssatz meist mit Schrägstrich: „Kasse / Bank 500“. Die Regeln sind dieselben. Forderungen heißen oft Debitoren, Verbindlichkeiten Kreditoren.

Kurz prüfen

Ein Kunde bezahlt eine offene Rechnung über 1.200 € per Überweisung. Wie lautet der Buchungssatz?

Du zahlst ein Darlehen mit 5.000 € vom Bankkonto zurück. Wo steht das Darlehen?

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Typische Fehler in der Klausur

  • Soll mit „ich soll zahlen“ verwechseln: Soll ist nur die linke Seite, bei Aktivkonten bedeutet es mehr Vermögen.
  • Bei Passivkonten die Aktivregel anwenden: Ein neues Darlehen steht im Haben, eine Tilgung im Soll.
  • Nur ein Konto buchen: Jeder Geschäftsfall braucht mindestens ein Konto im Soll und eines im Haben.
  • Bei der Zahlung einer Kundenrechnung noch einmal Umsatzerlöse buchen: Der Ertrag entsteht beim Verkauf, nicht bei der Zahlung.

Jetzt selbst buchen

Drei Geschäftsfälle aus dem Buchungssätze-Trainer: Konten wählen, Beträge eintragen, prüfen lassen.

Kontenrahmen

Aufgabe 1 von 3Wareneinkauf

Geschäftsfall

Eingangsrechnung von Becker OHG für eine Warenlieferung: 14.300,00 € netto zzgl. 19 % USt, zahlbar in 30 Tagen.

Eingabe

Soll

Zugang Aktiv · Aufwand · Abgang Passiv

Summe Soll0,00 €

Haben

Zugang Passiv · Ertrag · Abgang Aktiv

Summe Haben0,00 €

Häufige Fragen

Warum steht das Geld auf der Bank im Soll, obwohl es mir gehört?+

Weil Soll in der Buchführung nichts mit Schulden zu tun hat. Die Bank ist ein Aktivkonto, und Aktivkonten nehmen im Soll zu.

Was bedeutet „an“ im Buchungssatz?+

Es trennt die Soll-Seite von der Haben-Seite. Links von „an“ stehen die Konten im Soll, rechts die im Haben.

Was ist ein zusammengesetzter Buchungssatz?+

Ein Buchungssatz mit mehr als zwei Konten, z. B. Wareneingang und Vorsteuer an Verbindlichkeiten. Die Summe im Soll muss weiterhin der Summe im Haben entsprechen.

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