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Hofmann-Eliminierung: Übungen und Mechanismus

Reagenz: 1. CH₃I (Überschuss) 2. Ag₂O, WärmeThema: AmineFortgeschritten

Mit CH₃I im Überschuss wird das Amin vollständig zum Trimethylammoniumsalz methyliert. Ag₂O und Wärme eliminieren: Es entsteht bevorzugt das weniger substituierte Alken (Hofmann-Produkt).

Beispiel

1. CH₃I (Überschuss) 2. Ag₂O, Wärme

Erschöpfende Methylierung macht aus dem Amin ein quartäres Ammoniumsalz, eine gute Abgangsgruppe. Silberoxid liefert Hydroxid, beim Erwärmen folgt eine E2-Eliminierung. Wegen der sperrigen Abgangsgruppe entsteht bevorzugt das weniger substituierte Alken (Hofmann-Regel).

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    CH₃I methyliert das Amin dreimal (SN2): quartäres Trimethylammoniumiodid.

  2. 2

    Ag₂O tauscht Iodid gegen Hydroxid (AgI fällt aus).

  3. 3

    Beim Erhitzen holt OH⁻ ein β-H, Trimethylamin geht ab (E2): bevorzugt das weniger substituierte Alken.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 1Amine
1. CH₃I (Überschuss) 2. Ag₂O, Wärme
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Die sperrige Abgangsgruppe NMe₃⁺ lenkt die Base an das leichter zugängliche H. Es entsteht das weniger substituierte Alken, nicht das Saytzeff-Produkt.
  • Ag₂O liefert zwar Hydroxid, aber beim Erhitzen wird eliminiert, nicht substituiert. Es entsteht ein Alken.
  • Das Ammoniumsalz ist nur das Zwischenprodukt nach Schritt 1. Mit Ag₂O und Wärme wird Trimethylamin abgespalten.

Häufige Fragen

Warum entsteht das Hofmann-Produkt und nicht Saytzeff?

Die große Abgangsgruppe N(CH₃)₃⁺ behindert den Zugang zu den inneren H. Außerdem ist die C–N-Bindung schwer zu brechen, der Übergangszustand hat Carbanion-Charakter, und primäre Carbanionen sind stabiler.

Wozu nutzte man die Reaktion früher?

Zur Strukturaufklärung von Alkaloiden: Durch wiederholte Hofmann-Eliminierung wurde der Stickstoff schrittweise aus dem Molekül entfernt.

Weitere Reaktionen: Amine