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Elektrophile Substitution am Pyridin: Übungen und Mechanismus

Reagenz: Br₂, Oleum, WärmeThema: HeterocyclenFortgeschritten

Pyridin ist elektronenarm und reagiert in der SEAr nur unter harten Bedingungen, und dann an C3. An C2 und C4 läge im σ-Komplex eine positive Ladung auf dem Stickstoff.

Beispiel

Br₂, Oleum, Wärme

Der elektronegative Ring-Stickstoff macht Pyridin elektronenarm, im Sauren ist er zusätzlich protoniert. SEAr gelingt nur unter harten Bedingungen und an C3: Bei Angriff an C2 oder C4 läge im σ-Komplex eine positive Ladung auf dem N.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Im stark sauren Medium (Oleum) ist Pyridin am N protoniert, der Ring wird noch elektronenärmer.

  2. 2

    Das Elektrophil (Br⁺, aktiviert durch SO₃) greift bei hoher Temperatur an C3 an.

  3. 3

    Abgabe des H⁺ ergibt 3-Brompyridin; die Ausbeuten sind oft mäßig.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 1Heterocyclen
Br₂, Oleum, Wärme
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • C2 ist bei der elektrophilen Substitution ungünstig: Im σ-Komplex läge die positive Ladung auf dem elektronegativen N. Nukleophile greifen dagegen an C2 an.
  • Auch C4 ist für Elektrophile ungünstig (positive Ladung am N im σ-Komplex). Es bleibt C3.

Oft verwechselt mit: Bromierung von Aromaten (SEAr) · Tschitschibabin-Reaktion

Häufige Fragen

Was unterscheidet Pyridin von Benzol?

Das N ist elektronegativer als C und zieht Elektronendichte aus dem Ring: Elektrophile reagieren schlecht (wie bei Nitrobenzol), Nukleophile gut an C2 und C4. Das freie Elektronenpaar am N liegt in der Ringebene und macht Pyridin basisch (pKₛ des Pyridinium ≈ 5).

Wie substituiert man Pyridin trotzdem leichter?

Über das N-oxid: Das O schiebt Elektronen in den Ring zurück, Elektrophile greifen dann an C4 an. Danach reduziert man das N-oxid (z. B. mit PCl₃).

Weitere Reaktionen: Heterocyclen