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Etherspaltung mit HI: Übungen und Mechanismus

Reagenz: HI (Überschuss), WärmeThema: Nukleophile SubstitutionFortgeschritten

HI protoniert den Ether, Iodid greift nach SN2 am Alkyl-C an. Bei Arylalkylethern entstehen immer Phenol und Alkyliodid, ein Dialkylether gibt mit Überschuss HI zwei Alkyliodide.

Beispiel

HI (Überschuss), Wärme

Der Ether-Sauerstoff wird protoniert, Iodid greift nach SN2 an der Alkylgruppe an. Bei Arylalkylethern entsteht immer Phenol und Alkyliodid, weil ein SN2-Angriff am Aromaten-C nicht möglich ist. Dialkylether ergeben mit Überschuss HI zwei Alkyliodide.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    HI protoniert den Ether-Sauerstoff zum Oxonium-Ion; aus OR wird eine gute Abgangsgruppe (ROH).

  2. 2

    Iodid, ein sehr gutes Nukleophil, greift das weniger gehinderte Alkyl-C nach SN2 an. Es entstehen Alkyliodid und Alkohol (bzw. Phenol).

  3. 3

    Mit überschüssigem HI wird ein Alkohol erneut protoniert und ebenfalls zum Iodalkan. Phenole reagieren nicht weiter.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 2Nukleophile Substitution
HI (Überschuss), Wärme
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Iodid kann nicht am Aromaten-C angreifen: Ein SN2-Rückseitenangriff im Ring ist unmöglich und ein Aryl-Kation zu instabil. Das I landet am Methyl, das O bleibt am Ring (Phenol).
  • Mit HI im Überschuss bleibt es nicht beim Alkohol: Der entstandene Alkohol wird ebenfalls protoniert und zum zweiten Alkyliodid umgesetzt.
  • HI substituiert nicht am Ring (keine SEAr). Es spaltet die C–O-Bindung des Ethers.
  • Das Phenol wird nicht zu Iodbenzol. Die Ar–O-Bindung bleibt erhalten, weil am Aromaten-C weder SN1 noch SN2 möglich ist.
  • Wasser ist hier nicht das Nukleophil. Iodid greift an, deshalb entstehen Iodalkane und keine zwei Alkohole.
  • Iodid ist ein gutes Nukleophil und eine schwache Base; HI eliminiert hier nicht zum Alken, sondern substituiert.

Oft verwechselt mit: Alkohol zu Halogenalkan (HBr)

Häufige Fragen

Warum HI oder HBr, aber nicht HCl?

Chlorid ist ein zu schwaches Nukleophil, um das Oxonium-Ion anzugreifen. Iodid und Bromid sind große, gut polarisierbare Nukleophile.

Und bei tert-Butylethern?

Die tert-Butylgruppe geht als stabiles Carbokation ab (SN1). Solche Ether spalten schon mit milderen Säuren.

Weitere Reaktionen: Nukleophile Substitution