Swern-Oxidation: Übungen und Mechanismus
Die Swern-Oxidation ist mild und wasserfrei: primäre Alkohole werden zum Aldehyd (nicht zur Säure), sekundäre zum Keton. Tertiäre Alkohole reagieren nicht.
Beispiel
DMSO wird mit Oxalylchlorid aktiviert, der Alkohol bindet an den Schwefel. Triethylamin löst eine intramolekulare Eliminierung aus: Es entsteht die Carbonylverbindung und Dimethylsulfid. Wie PCC stoppt die Swern-Oxidation beim Aldehyd, aber ganz ohne Chrom.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
Oxalylchlorid aktiviert DMSO bei −78 °C; es entsteht ein Chlorsulfonium-Ion (CO und CO₂ entweichen).
- 2
Der Alkohol greift den Schwefel an: Alkoxysulfonium-Ion.
- 3
Et₃N deprotoniert eine Methylgruppe am S; das Ylid zieht in einem cyclischen Schritt das H vom Alkohol-C ab: C=O entsteht, Dimethylsulfid geht ab.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- Swern stoppt beim Aldehyd: Es ist kein Wasser vorhanden, das ein Hydrat bilden könnte, und das Oxidationsmittel reicht nur für einen Schritt. Zur Säure führt z. B. Jones (CrO₃, H₂SO₄).
Oft verwechselt mit: Starke Oxidation (Chromsäure) · Säurekatalysierte Dehydratisierung (E1)
Häufige Fragen
Was sind die Vorteile gegenüber PCC?
Kein giftiges Chrom, sehr mild (−78 °C), keine Überoxidation. Nachteil: Dimethylsulfid riecht stark.
Welche anderen milden Oxidationen gibt es?
Dess-Martin-Periodinan (DMP) und TEMPO/NaOCl. Alle stoppen beim Aldehyd.
