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Acylierung von Aminen: Übungen und Mechanismus

Reagenz: CH₃COCl, PyridinThema: Carbonsäuren & DerivateFortgeschritten

Das Amin greift mit seinem freien Elektronenpaar das Säurechlorid an: Es entsteht ein Amid R–NH–C(=O)CH₃.

Beispiel

CH₃COCl, Pyridin

Das freie Elektronenpaar des Amins greift das Säurechlorid an, Chlorid wird abgespalten: Es entsteht ein Amid. Anilin wird so zu Acetanilid „geschützt“, damit es bei der Zweitsubstitution nicht überreagiert.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Das freie Elektronenpaar des Amin-N greift das Carbonyl-C von Acetylchlorid an.

  2. 2

    Aus dem tetraedrischen Zwischenprodukt wird Cl⁻ ausgestoßen.

  3. 3

    Pyridin nimmt das Proton vom N ab: Amid (z. B. Acetanilid).

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Carbonsäuren & Derivate
CH₃COCl, Pyridin
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Übertragen wird die Acetylgruppe CH₃–C=O, nicht nur CH₃. Das Produkt ist ein Amid, kein N-Methylamin.
  • Das ist das tetraedrische Zwischenprodukt. Es spaltet Chlorid ab, die C=O-Gruppe bildet sich zurück: Amid.
  • Eine zweite Acetylierung findet praktisch nicht statt: Das Amid-N ist durch die C=O-Gruppe kaum noch nukleophil.
  • Am Ring wird ohne Lewis-Säure nicht acyliert, und das NH₂ reagiert viel schneller: Die Acetylgruppe geht an den Stickstoff.

Oft verwechselt mit: SN2 mit Ammoniak

Häufige Fragen

Warum schützt man Anilin als Acetanilid?

Die NH₂-Gruppe aktiviert den Ring so stark, dass Mehrfachsubstitution und Oxidation drohen. Als Amid ist sie schwächer aktivierend, dirigiert aber weiter o/p.

Wie entfernt man die Acetylgruppe wieder?

Durch saure oder basische Hydrolyse des Amids.

Weitere Reaktionen: Carbonsäuren & Derivate