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Alkylierung mit LDA (kinetisches Enolat): Übungen und Mechanismus

Reagenz: 1. LDA, THF, −78 °C 2. CH₃IThema: Enolate & KondensationenFortgeschritten

LDA ist eine sperrige, sehr starke Base. Bei −78 °C holt sie schnell das H von der weniger substituierten α-Seite (kinetisches Enolat). Dort wird methyliert.

Beispiel

1. LDA, THF, −78 °C 2. CH₃I

LDA ist eine sehr starke, sperrige Base. Bei −78 °C entfernt sie schnell und unumkehrbar das am leichtesten erreichbare α-H: am weniger substituierten α-C-Atom (kinetisches Enolat). Methyliodid alkyliert genau dort.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    LDA bei −78 °C entfernt schnell und irreversibel das am leichtesten zugängliche α-H: kinetisches Enolat.

  2. 2

    In der Kälte stellt sich kein Gleichgewicht zum stabileren, höher substituierten Enolat ein.

  3. 3

    CH₃I wird vom Enolat nach SN2 angegriffen: Methylgruppe an der weniger substituierten α-Position.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Enolate & Kondensationen
1. LDA, THF, −78 °C 2. CH₃I
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Das höher substituierte (thermodynamische) Enolat bildet sich mit kleinen Basen bei höherer Temperatur. LDA in der Kälte deprotoniert die weniger gehinderte Seite.
  • Bei einem Methylketon ist die CH₃-Gruppe die weniger gehinderte Seite. Das sperrige LDA holt dort das Proton, nicht am CH₂.

Oft verwechselt mit: α-Bromierung von Ketonen (sauer) · Acetessigester-Synthese

Häufige Fragen

Kinetisches oder thermodynamisches Enolat?

Kinetisch: sperrige starke Base (LDA), −78 °C, kurze Zeit → weniger substituiert. Thermodynamisch: kleinere Base (NaOEt, NaH), Raumtemperatur, Gleichgewicht → höher substituiert.

Warum muss LDA vollständig deprotonieren?

Sonst reagiert das Enolat mit restlichem Keton (Aldolreaktion). LDA (pKₛ von Diisopropylamin ≈ 36) deprotoniert das Keton (≈ 20) quantitativ.

Weitere Reaktionen: Enolate & Kondensationen