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Michael-Addition: Übungen und Mechanismus

Reagenz: CH₂(COOEt)₂, NaOEtThema: Enolate & KondensationenFortgeschritten

Das Malonester-Enolat ist ein weiches, stabilisiertes Nukleophil und greift das β-C des Enons an (1,4-Addition). Die C=O-Gruppe bleibt erhalten.

Beispiel

CH₂(COOEt)₂, NaOEt

Das stabilisierte Malonester-Enolat ist ein weiches Nukleophil und greift den Michael-Akzeptor am β-C-Atom an (1,4-Addition). Es entsteht eine neue C–C-Bindung, die Carbonyl- bzw. Nitrilgruppe bleibt erhalten.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Ethanolat deprotoniert den Malonester zwischen den beiden Estergruppen: stabilisiertes Enolat.

  2. 2

    Das Enolat greift das β-C des Enons an (konjugierte Addition); es entsteht ein neues Enolat.

  3. 3

    Protonierung am α-C ergibt die 1,5-Dicarbonylverbindung.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Enolate & Kondensationen
CH₂(COOEt)₂, NaOEt
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Stabilisierte Enolate addieren nicht an die C=O-Gruppe (1,2), sondern konjugiert an das β-C (1,4). Das Produkt behält C=O und verliert die C=C-Bindung.
  • Die Ester bleiben erhalten: NaOEt verseift sie nicht und decarboxyliert nicht. Das wäre erst mit H₃O⁺ und Wärme der Fall.

Oft verwechselt mit: 1,4-Addition mit Cupraten (Gilman) · Robinson-Anellierung

Häufige Fragen

Warum ist das CH₂ zwischen zwei C=O so sauer?

Die negative Ladung des Enolats verteilt sich über beide Carbonyl-Sauerstoffe. Der pKₛ liegt bei etwa 11 bis 13, deshalb reicht Ethanolat zur vollständigen Deprotonierung.

Welche Nukleophile addieren 1,4?

Weiche, stabilisierte: Malonester- und Acetessigester-Enolate, Cuprate, Amine, Thiolate, Enamine. Harte wie Grignard oder LiAlH₄ greifen meist 1,2 an.

Weitere Reaktionen: Enolate & Kondensationen