Acetessigester-Synthese: Übungen und Mechanismus
Wie die Malonester-Synthese, aber mit Acetessigester: Nach Alkylierung, Verseifung und Decarboxylierung entsteht ein Methylketon. R–X wird zu R–CH₂–CO–CH₃.
Beispiel
Wie bei der Malonester-Synthese wird das Enolat alkyliert, verseift und decarboxyliert. Aus Acetessigester bleibt dabei ein Methylketon übrig: Das Halogenalkan R–X wird zu R–CH₂–CO–CH₃.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
Ethanolat deprotoniert den Acetessigester am CH₂ zwischen Keto- und Estergruppe.
- 2
Das Enolat wird vom Halogenalkan nach SN2 alkyliert.
- 3
Beim Erhitzen in Säure werden die Ester zur β-Ketosäure bzw. Malonsäure verseift. Diese verliert über einen sechsgliedrigen Übergangszustand CO₂ (Decarboxylierung).
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- Die β-Ketosäure verliert beim Erhitzen CO₂. Übrig bleibt das Methylketon ohne COOH-Gruppe.
Oft verwechselt mit: Malonester-Synthese · Carbonsäure aus Grignard und CO₂ · SN2 mit Cyanid (Kettenverlängerung)
Häufige Fragen
Warum ist das CH₂ zwischen zwei C=O so sauer?
Die negative Ladung des Enolats verteilt sich über beide Carbonyl-Sauerstoffe. Der pKₛ liegt bei etwa 11 bis 13, deshalb reicht Ethanolat zur vollständigen Deprotonierung.
Malonester oder Acetessigester?
Malonester → Carbonsäure (R–CH₂–COOH). Acetessigester → Methylketon (R–CH₂–CO–CH₃).
