Robinson-Anellierung: Übungen und Mechanismus
Erst Michael-Addition an Methylvinylketon, dann intramolekulare Aldolkondensation: An das Keton wird ein neuer Sechsring mit einem Enon angebaut.
Beispiel
Zwei Schritte nacheinander: Erst greift das Enolat des Ketons Methylvinylketon in einer Michael-Addition an. Dann reagiert die neue Methylketon-Gruppe in einer intramolekularen Aldolkondensation mit der ursprünglichen Carbonylgruppe. Es entsteht ein neuer Sechsring mit einem Cyclohexenon.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
Das Enolat des Ketons addiert an Methylvinylketon (Michael-Addition): Es entsteht eine 1,5-Dicarbonylverbindung.
- 2
Ein neues Enolat an der Methylgruppe des früheren MVK greift das Ring-Keton an (intramolekulare Aldolreaktion), es schließt sich ein Sechsring.
- 3
Beim Erwärmen wird Wasser abgespalten: Es entsteht ein bicyclisches Enon (z. B. Octalon).
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
Oft verwechselt mit: Michael-Addition · Aldolkondensation
Häufige Fragen
Wozu nutzt man die Robinson-Anellierung?
Für Sechsringe mit Enon, z. B. im Aufbau von Steroiden und Terpenen (Wieland-Miescher-Keton).
Wie erkenne ich eine Robinson-Anellierung im Produkt?
Ein Cyclohexenon, das an einen bestehenden Ring angebaut ist. Zurückgedacht: Die C=C-Bindung trennen (Aldol), dann die Michael-Bindung.
