Dieckmann-Kondensation: Übungen und Mechanismus
Die Dieckmann-Kondensation ist eine intramolekulare Claisen-Kondensation. Aus einem 1,6-Diester entsteht ein Fünfring, aus einem 1,7-Diester ein Sechsring, jeweils ein cyclischer β-Ketoester.
Beispiel
Die intramolekulare Claisen-Kondensation: Das Enolat am einen Ende des Diesters greift die Estergruppe am anderen Ende an. Aus 1,6-Diestern entstehen Fünfringe, aus 1,7-Diestern Sechsringe, jeweils als cyclischer β-Ketoester.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
Ethanolat deprotoniert das α-C neben einer der beiden Estergruppen.
- 2
Das Enolat greift die andere Estergruppe im selben Molekül an; Ethanolat geht ab, der Ring schließt sich.
- 3
Der cyclische β-Ketoester wird deprotoniert (Triebkraft), die saure Aufarbeitung gibt das Produkt.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- NaOEt in Ethanol verseift den Ester nicht: Ethanolat am Ethylester tauscht nur EtO gegen EtO. Die Base bildet das Enolat für den Ringschluss.
- Eine der Estergruppen bleibt erhalten. Das Produkt ist ein β-Ketoester; das cyclische Keton ohne Ester entsteht erst nach Verseifung und Decarboxylierung.
- NaOEt ist kein Reduktionsmittel. Die Estergruppen werden nicht zu Alkoholen; das wäre LiAlH₄.
Oft verwechselt mit: Claisen-Kondensation · Esterverseifung
Häufige Fragen
Welche Ringgrößen entstehen?
Fünf- und Sechsringe: aus Adipinsäurediethylester (1,6) ein Cyclopentanon-Ester, aus Pimelinsäurediethylester (1,7) ein Cyclohexanon-Ester.
Wie komme ich zum einfachen Cycloketon?
Den β-Ketoester verseifen und erhitzen: Die β-Ketosäure decarboxyliert, übrig bleibt Cyclopentanon bzw. Cyclohexanon.
