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Steuerinzidenz berechnen

Wer eine Steuer an den Staat zahlt, trägt sie nicht unbedingt. Die Last verteilt sich nach den Elastizitäten: Die Marktseite, die weniger ausweichen kann, trägt mehr.

Formeln und Regeln

  • Steuer t bei den Anbietern: Q_A = c + d·(p − t)
  • Konsumentenpreis p_K aus dem neuen Gleichgewicht, Produzentenpreis p_P = p_K − t
  • Anteil der Konsumenten = (p_K − p*) / t = d / (b + d)
  • Steueraufkommen = t · neue Menge
  • Wohlfahrtsverlust = ½ · t · (q* − neue Menge)

Jetzt selbst rechnen

Drei Aufgaben zu diesem Thema. Zahlen wie 12,5 oder 1.250 eintippen, Elastizitäten mit Vorzeichen.

Aufgabe 1 von 3Steuerinzidenz

Aufgabe

Auf einem Markt gilt: Nachfrage Q_N = 277 − 5p, Angebot Q_A = 97 + 4p (p in €). Der Staat erhebt eine Mengensteuer von 18,00 € je Einheit, die die Anbieter abführen. Bestimme den Preis für die Konsumenten, den Preis, der den Produzenten bleibt, die neue Menge, das Steueraufkommen und den Anteil der Steuerlast, den die Konsumenten tragen.

Konsumentenpreis in €

€

Produzentenpreis (netto) in €

€

Neue Menge

Steueraufkommen in €

€

Anteil der Konsumenten an der Steuerlast in %

%

Zahlen wie 12,5 oder 1.250; Elastizitäten mit Vorzeichen (−0,75); Prozent als Zahl (12,5). Auf 2 Nachkommastellen runden.

Beispiel mit Rechenweg

Auf einem Markt gilt: Nachfrage Q_N = 209 − 5p, Angebot Q_A = 2 + 4p (p in €). Der Staat erhebt eine Mengensteuer von 18,00 € je Einheit, die die Anbieter abführen. Bestimme den Preis für die Konsumenten, den Preis, der den Produzenten bleibt, die neue Menge, das Steueraufkommen und den Anteil der Steuerlast, den die Konsumenten tragen.

Rechenweg

  1. 1.Ohne Steuer: p* = 23, q* = 94
  2. 2.Anbieter erhalten nur p − 18: Q_A = 2 + 4 · (p − 18) = 4p − 70
  3. 3.Gleichsetzen mit der Nachfrage: 279 = 9p → Konsumentenpreis 31
  4. 4.Produzentenpreis 31 − 18 = 13; Menge 209 − 5 · 31 = 54
  5. 5.Steueraufkommen 18 · 54 = 972,00 €
  6. 6.Konsumentenanteil = (31 − 23) / 18 = 44,44 %. Die unelastischere Marktseite trägt mehr.

Typischer Fehler: Annehmen, wer die Steuer abführt, trage sie auch. Die Last verteilt sich nach den Elastizitäten, egal ob Anbieter oder Käufer an den Staat zahlen.

Auf einem Markt gilt: Nachfrage Q_N = 318 − 5p, Angebot Q_A = 96 + p (p in €). Es wird eine Mengensteuer von 18,00 € je Einheit eingeführt. Berechne die neue Menge, das Steueraufkommen und den Wohlfahrtsverlust (Deadweight Loss).

Rechenweg

  1. 1.Ohne Steuer: q* = 133, p* = 37
  2. 2.Mit Steuer: 318 − 5p = 96 + 1(p − 18) → Konsumentenpreis 40, Menge 118
  3. 3.Steueraufkommen 18 · 118 = 2.124,00 €
  4. 4.Wohlfahrtsverlust = ½ · Steuer · Mengenrückgang = ½ · 18 · 15 = 135,00 €
  5. 5.Konsumenten tragen 1 / (5 + 1) der Steuer → weniger als die Hälfte

Typischer Fehler: Das Steueraufkommen als Wohlfahrtsverlust ansehen. Das Aufkommen geht an den Staat und ist kein Verlust; verloren ist nur das Dreieck der nicht mehr gehandelten Einheiten.

Häufige Fragen

Macht es einen Unterschied, ob Käufer oder Verkäufer die Steuer abführen?

Für Preise, Menge und Lastverteilung nicht. Es ändert sich nur, welcher Preis vor und welcher nach Steuer gemessen wird.

Warum gibt es einen Wohlfahrtsverlust?

Die Steuer verdrängt Käufe, die vorher für beide Seiten lohnend waren. Diese Gewinne fallen weg und tauchen auch nicht im Steueraufkommen auf.

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