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Chlorierung von Aromaten (SEAr): Übungen und Mechanismus

Reagenz: Cl₂, FeCl₃Thema: AromatenGrundlagen

Cl₂ wird von FeCl₃ zum Elektrophil aktiviert, ein H am Ring wird durch Cl ersetzt. Die Stellung bestimmt der vorhandene Substituent (o/p- oder m-dirigierend).

Beispiel

Cl₂, FeCl₃

Die Lewis-Säure FeCl₃ polarisiert Cl₂ so stark, dass ein Cl⁺-artiges Elektrophil den Aromaten angreift. Nach Abgabe eines Protons ist der Ring wieder aromatisch; die Dirigierregeln gelten wie bei der Bromierung.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Bildung des Elektrophils: FeCl₃ polarisiert Cl₂ (Cl–Cl–FeCl₃); das äußere Cl wird zum Elektrophil Cl⁺.

  2. 2

    Die π-Elektronen des Rings greifen das Elektrophil an. Es entsteht ein Carbokation (σ-Komplex, Arenium-Ion), dessen Ladung über drei C-Atome verteilt ist; die Aromatizität ist kurz aufgehoben.

  3. 3

    Eine Base holt das H vom angegriffenen C-Atom. Der Ring wird wieder aromatisch, das Elektrophil hat ein H ersetzt.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Aromaten
Cl₂, FeCl₃
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Ein ortho/para-dirigierender Substituent schickt das Chlor nach ortho oder para, nicht nach meta.
  • Elektronenziehende Gruppen dirigieren nach meta, nicht nach para.

Oft verwechselt mit: Bromierung von Aromaten (SEAr)

Häufige Fragen

Wohin geht der neue Substituent?

Elektronenschiebende Gruppen (Alkyl, OH, OR, NH₂, NHCOR) und Halogene dirigieren nach ortho/para; elektronenziehende Gruppen (NO₂, C=O, CN, SO₃H) nach meta. Grund ist, welche σ-Komplexe besonders gut stabilisiert sind.

Warum braucht man einen Katalysator?

Benzol ist durch die Aromatizität reaktionsträge. Ohne Lewis-Säure ist Cl₂ kein ausreichend starkes Elektrophil. Nur sehr reiche Ringe (Phenol, Anilin) reagieren auch ohne.

Weitere Reaktionen: Aromaten