Friedel-Crafts-Acylierung: Übungen und Mechanismus
Das Acylium-Ion CH₃C≡O⁺ substituiert ein H am Ring: Es entsteht ein Arylketon, bei o/p-Dirigenten in para-Stellung.
Beispiel
AlCl₃ erzeugt aus dem Säurechlorid das Acylium-Ion, das den Aromaten angreift; es entsteht ein Arylketon. Stark desaktivierte Aromaten (z. B. Nitrobenzol) reagieren nicht. Anders als bei der Alkylierung gibt es keine Mehrfachsubstitution, weil die C=O-Gruppe den Ring desaktiviert.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
AlCl₃ zieht Cl⁻ vom Säurechlorid ab: Acylium-Ion CH₃–C≡O⁺ (mesomeriestabilisiert).
- 2
Der Aromat greift das Acylium-Ion an: σ-Komplex.
- 3
Abgabe von H⁺ stellt die Aromatizität wieder her: Arylketon. AlCl₃ wird stöchiometrisch gebraucht, weil es an das Keton bindet.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- meta ist bei diesem o/p-dirigierenden Substituenten falsch. Friedel-Crafts-Acylierung geht wegen der Größe des Elektrophils bevorzugt nach para.
Oft verwechselt mit: Nitrierung (SEAr) · Bromierung von Aromaten (SEAr)
Häufige Fragen
Warum keine Mehrfach-Acylierung?
Die eingeführte C=O-Gruppe desaktiviert den Ring; ein zweiter Angriff ist viel langsamer. Bei der Alkylierung ist es umgekehrt.
Warum Acylierung statt Alkylierung?
Das Acylium-Ion lagert sich nicht um, und man kann das Keton danach zur Alkylgruppe reduzieren (Clemmensen, Wolff-Kishner).
