Sandmeyer-Reaktion (Bromid): Übungen und Mechanismus
Zuerst macht NaNO₂/Säure bei 0 °C aus der Aminogruppe ein Diazoniumsalz (Ar–N₂⁺). N₂ ist eine hervorragende Abgangsgruppe. CuBr ersetzt die N₂-Gruppe durch Br an der Stelle der früheren Aminogruppe.
Beispiel
Über das Diazonium-Salz wird die Aminogruppe gegen Brom ausgetauscht; CuBr vermittelt den Austausch radikalisch. Vorteil gegenüber der direkten Bromierung: Das Brom landet genau dort, wo vorher das NH₂ saß.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
NaNO₂ und Säure bilden bei 0 °C das Nitrosyl-Kation (NO⁺). Das Amin greift es an, nach Protonenverschiebungen und Wasserabspaltung entsteht das Aryldiazonium-Ion Ar–N≡N⁺.
- 2
CuBr gibt ein Elektron ab, N₂ entweicht, es entsteht ein Arylradikal.
- 3
Das Arylradikal übernimmt ein Br vom Kupfer(II)-bromid: Brombenzol-Derivat.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
Oft verwechselt mit: Sandmeyer-Reaktion (Chlorid) · Iodaromat aus Diazoniumsalz
Häufige Fragen
Warum muss man bei 0 °C arbeiten?
Aryldiazoniumsalze zersetzen sich beim Erwärmen (N₂ entweicht) und können trocken sogar explodieren. In der Kälte bleiben sie in Lösung lange genug stabil für den zweiten Schritt.
Wozu der Umweg über das Diazoniumsalz?
So lassen sich Substituenten an Stellen bringen, die durch direkte SEAr nicht erreichbar sind: Man nitriert, reduziert zum Amin (dirigiert gut) und tauscht die Aminogruppe danach gegen Cl, Br, CN, OH, I, F oder H aus.
