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Phenol aus Diazoniumsalz (Verkochung): Übungen und Mechanismus

Reagenz: 1. NaNO₂, H₂SO₄ (0 °C) 2. H₂O, WärmeThema: AromatenFortgeschritten

Zuerst macht NaNO₂/Säure bei 0 °C aus der Aminogruppe ein Diazoniumsalz (Ar–N₂⁺). N₂ ist eine hervorragende Abgangsgruppe. Beim Erwärmen in Wasser („Verkochen“) ersetzt Wasser die N₂-Gruppe, es entsteht ein Phenol.

Beispiel

1. NaNO₂, H₂SO₄ (0 °C) 2. H₂O, Wärme

Beim Erwärmen in Wasser spaltet das Diazonium-Salz N₂ ab, das sehr reaktive Arylkation fängt Wasser ein. Es entsteht das Phenol. Darum müssen Diazonium-Salze für andere Umsetzungen kalt (0–5 °C) gehalten werden.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    NaNO₂ und Säure bilden bei 0 °C das Nitrosyl-Kation (NO⁺). Das Amin greift es an, nach Protonenverschiebungen und Wasserabspaltung entsteht das Aryldiazonium-Ion Ar–N≡N⁺.

  2. 2

    Beim Erwärmen geht N₂ ab; es entsteht ein sehr reaktives Aryl-Kation.

  3. 3

    Wasser greift das Kation an, nach Deprotonierung entsteht das Phenol.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Aromaten
1. NaNO₂, H₂SO₄ (0 °C) 2. H₂O, Wärme
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

Oft verwechselt mit: Sandmeyer-Reaktion (Chlorid) · Iodaromat aus Diazoniumsalz

Häufige Fragen

Wozu der Umweg über das Diazoniumsalz?

So lassen sich Substituenten an Stellen bringen, die durch direkte SEAr nicht erreichbar sind: Man nitriert, reduziert zum Amin (dirigiert gut) und tauscht die Aminogruppe danach gegen Cl, Br, CN, OH, I, F oder H aus.

Warum Schwefelsäure statt Salzsäure?

Mit HCl würde Chlorid mit Wasser um das Kation konkurrieren und Chloraromat entstehen. Hydrogensulfat ist ein sehr schwaches Nukleophil.

Weitere Reaktionen: Aromaten