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Cyanhydrinbildung: Übungen und Mechanismus

Reagenz: HCN, KCN (kat.)Thema: CarbonylchemieFortgeschritten

Cyanid greift mit dem Kohlenstoff an das Carbonyl-C an: OH und C≡N sitzen danach am selben C-Atom.

Beispiel

HCN, KCN (kat.)

Das Cyanid-Ion greift das Carbonyl-C-Atom nukleophil an, das Alkoholat wird anschließend protoniert. Es entsteht ein Cyanhydrin: OH und CN am selben C-Atom, die Kette ist um ein C-Atom länger.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Cyanid (aus dem KCN-Katalysator) greift das Carbonyl-C an; es entsteht ein Alkoholat mit CN.

  2. 2

    HCN protoniert das Alkoholat; dabei entsteht wieder Cyanid (katalytischer Kreislauf).

  3. 3

    Produkt: Cyanhydrin, OH und C≡N am selben C-Atom.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Carbonylchemie
HCN, KCN (kat.)
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Cyanid greift über das Kohlenstoffatom an, nicht über den Stickstoff. Es entsteht eine C–C≡N-Gruppe, kein Isonitril.

Oft verwechselt mit: Grignard-Reaktion · Iminbildung

Häufige Fragen

Was kann man aus Cyanhydrinen machen?

Durch Hydrolyse α-Hydroxycarbonsäuren (z. B. Milchsäure), durch Reduktion β-Aminoalkohole.

Warum braucht man KCN, wenn HCN schon da ist?

HCN ist eine schwache Säure und liefert kaum freies CN⁻; erst das Cyanid-Ion ist nukleophil genug.

Weitere Reaktionen: Carbonylchemie