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Haloform-Reaktion (Iodoform-Probe): Übungen und Mechanismus

Reagenz: I₂, NaOH (Überschuss), dann H₃O⁺Thema: CarbonylchemieFortgeschritten

Methylketone werden im Basischen an der CH₃-Gruppe dreimal iodiert. CI₃⁻ ist dann eine Abgangsgruppe: Es entsteht Iodoform (gelber Niederschlag) und eine Carbonsäure mit einem C-Atom weniger.

Beispiel

I₂, NaOH (Überschuss), dann H₃O⁺

In der Base wird die Methylgruppe eines Methylketons dreimal iodiert. Die CI₃-Gruppe ist dann eine gute Abgangsgruppe: Hydroxid greift das Carbonyl-C an, Iodoform (CHI₃, gelber Niederschlag) wird abgespalten. Es bleibt die Carbonsäure mit einem C-Atom weniger.

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    NaOH bildet das Enolat an der CH₃-Gruppe, es greift I₂ an. Jedes I macht die verbleibenden H saurer, deshalb wird schnell dreimal iodiert: –CO–CI₃.

  2. 2

    Hydroxid greift das Carbonyl-C an; CI₃⁻ ist durch die drei I stabilisiert und geht ab.

  3. 3

    CI₃⁻ nimmt ein Proton auf: Iodoform (CHI₃, gelb) fällt aus. Übrig bleibt das Carboxylat, nach Ansäuern die Säure.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Carbonylchemie
I₂, NaOH (Überschuss), dann H₃O⁺
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

Oft verwechselt mit: α-Bromierung von Ketonen (sauer)

Häufige Fragen

Was zeigt die Iodoform-Probe?

Eine CH₃–CO-Gruppe (Methylketon, Acetaldehyd) oder eine CH₃–CH(OH)-Gruppe, die zuerst zum Methylketon oxidiert wird (z. B. Ethanol).

Warum bleibt es im Sauren bei einem Halogen?

Im Sauren läuft die Halogenierung über das Enol. Das Halogen macht die C=O-Gruppe weniger basisch, die nächste Enolisierung wird langsamer. Im Basischen ist es umgekehrt.

Weitere Reaktionen: Carbonylchemie