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Horner-Wadsworth-Emmons-Reaktion: Übungen und Mechanismus

Reagenz: (EtO)₂P(O)CH₂COOEt, NaHThema: CarbonylchemieFortgeschritten

Das stabilisierte Phosphonat-Anion macht aus dem Aldehyd eine C=C-Bindung mit einer Estergruppe am anderen Ende. Es entsteht fast nur das E-Isomer.

Beispiel

(EtO)₂P(O)CH₂COOEt, NaH

NaH deprotoniert das Phosphonat zum stabilisierten Carbanion, das den Aldehyd angreift. Über ein Oxaphosphetan wird Phosphat abgespalten und eine C=C-Bindung gebildet. Stabilisierte Phosphonate liefern fast nur das E-Alken (α,β-ungesättigter Ester).

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    NaH deprotoniert die CH₂-Gruppe zwischen Phosphonat und Ester; das Carbanion ist durch beide Gruppen stabilisiert.

  2. 2

    Das Carbanion greift den Aldehyd an; das Alkoxid schließt mit dem Phosphor einen Vierring (Oxaphosphetan).

  3. 3

    Der Vierring zerfällt in das E-Alken und ein wasserlösliches Phosphat.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Carbonylchemie
(EtO)₂P(O)CH₂COOEt, NaH
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Stabilisierte Phosphonate liefern das thermodynamisch stabilere E-Alken, weil sich die Zwischenstufen einstellen können. Z-Selektivität braucht spezielle Varianten (Still-Gennari).
  • Die Addition bleibt nicht beim β-Hydroxyester stehen. Das Phosphat wird eliminiert und es entsteht die C=C-Doppelbindung.

Oft verwechselt mit: Wittig-Reaktion · Aldolkondensation

Häufige Fragen

Was ist der Vorteil gegenüber der Wittig-Reaktion?

Das Nebenprodukt (Dialkylphosphat) ist wasserlöslich und leicht abzutrennen, anders als Triphenylphosphinoxid. Außerdem sind die Anionen nukleophiler und E-selektiv.

Wann E, wann Z?

Stabilisierte Ylide/Phosphonate (mit Ester oder Keton) → E. Nicht stabilisierte Wittig-Ylide (nur Alkyl) → überwiegend Z.

Weitere Reaktionen: Carbonylchemie