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Wolff-Kishner-Reduktion: Übungen und Mechanismus

Reagenz: H₂N–NH₂, KOH, WärmeThema: CarbonylchemieGrundlagen

Hydrazin bildet mit dem Keton ein Hydrazon. Mit KOH und Wärme wird N₂ abgespalten, und aus der C=O-Gruppe wird eine CH₂-Gruppe. Kein Alkohol, sondern vollständige Reduktion.

Beispiel

H₂N–NH₂, KOH, Wärme

Hydrazin bildet mit der Carbonylgruppe ein Hydrazon. Die starke Base deprotoniert es, N₂ entweicht, und das Carbanion wird protoniert. Aus C=O wird CH₂, und das im basischen Milieu (für säureempfindliche Moleküle).

Mechanismus Schritt für Schritt

  1. 1

    Hydrazin addiert an die C=O-Gruppe, nach Wasserabspaltung entsteht ein Hydrazon (C=N–NH₂).

  2. 2

    KOH deprotoniert das NH₂; über Tautomerie verschiebt sich die Doppelbindung zu N=N, das C-Atom wird protoniert.

  3. 3

    Eine zweite Deprotonierung setzt N₂ frei; das Carbanion nimmt ein Proton aus dem Lösungsmittel auf: CH₂.

Übungsaufgaben

Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.

Aufgabe 1 von 3Carbonylchemie
H₂N–NH₂, KOH, Wärme
?

Welches Hauptprodukt entsteht?

Typische Fehler

  • Das ist der Alkohol aus NaBH₄. Wolff-Kishner entfernt den Sauerstoff vollständig: Aus C=O wird CH₂.

Oft verwechselt mit: Clemmensen-Reduktion · Reduktion mit Natriumborhydrid

Häufige Fragen

Wolff-Kishner oder Clemmensen?

Gleiches Ergebnis (C=O → CH₂). Wolff-Kishner ist basisch, gut für säureempfindliche Moleküle; Clemmensen ist sauer, gut für basenempfindliche.

Was treibt die Reaktion an?

Die Freisetzung von N₂, einem sehr stabilen Gas, das entweicht. Dafür braucht es hohe Temperaturen (ca. 200 °C in Ethylenglycol).

Weitere Reaktionen: Carbonylchemie