Alkylierung von Acetyliden: Übungen und Mechanismus
Terminale Alkine sind schwach sauer (pKₛ ≈ 25). NaNH₂ deprotoniert sie zum Acetylid, das das Bromalkan nach SN2 angreift. Die Kette wird um die Alkylgruppe länger.
Beispiel
Terminale Alkine sind schwach sauer (pKₛ ≈ 25). Natriumamid deprotoniert sie zum Acetylid-Anion, das als Nukleophil das primäre Bromalkan nach SN2 angreift. So wird die Kohlenstoffkette um die Alkylgruppe verlängert.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
NaNH₂ deprotoniert das terminale Alkin (sp-C–H, pKₛ ≈ 25): Es entsteht das Acetylid-Anion.
- 2
Das Acetylid greift das primäre Bromalkan von der Rückseite an (SN2).
- 3
Bromid geht ab, es entsteht ein internes Alkin mit verlängerter Kette.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- Amid addiert nicht an die Dreifachbindung. NaNH₂ ist hier die Base, die das terminale H entfernt; danach knüpft das Acetylid eine neue C–C-Bindung mit dem Bromethan.
Oft verwechselt mit: Hydratisierung von Alkinen · Addition von HBr an Alkine
Häufige Fragen
Warum ist das Alkin-H sauer?
Das sp-Orbital hat 50 % s-Anteil, die Elektronen im Anion sind nah am Kern und gut stabilisiert. Alken-H (sp², pKₛ ≈ 44) und Alkan-H (sp³, ≈ 50) sind viel weniger sauer.
Funktioniert das mit tertiären Halogenalkanen?
Nein. Acetylide sind starke Basen; an sekundären und tertiären Halogenalkanen gewinnt die E2-Eliminierung.
