HBr-Addition mit Carbokation-Umlagerung: Übungen und Mechanismus
Nach der Protonierung entsteht ein sekundäres Kation. Eine Methylgruppe des benachbarten quartären C wandert herüber (1,2-Verschiebung), es entsteht ein tertiäres Kation, und dort greift Br⁻ an.
Beispiel
Die Protonierung liefert zuerst ein sekundäres Carbokation. Direkt daneben sitzt ein quartäres C-Atom: Eine Methylgruppe wandert mit ihrem Elektronenpaar herüber (1,2-Methylverschiebung), es entsteht das stabilere tertiäre Kation. Erst dort greift Bromid an.
Mechanismus Schritt für Schritt
- 1
H⁺ addiert an das endständige CH₂ (Markownikow): Es entsteht ein sekundäres Carbokation neben dem quartären C-Atom.
- 2
Eine Methylgruppe wandert mit ihrem Elektronenpaar zum Kation (1,2-Methylverschiebung). Jetzt sitzt die positive Ladung am tertiären C.
- 3
Bromid greift das tertiäre Kation an: 2-Brom-2,3-dimethylbutan.
Übungsaufgaben
Welches Produkt entsteht, welches Reagenz braucht es? Nach jeder Antwort siehst du die Erklärung.
Welches Hauptprodukt entsteht?
Typische Fehler
- Das wäre das Produkt ohne Umlagerung. Das sekundäre Kation neben einem quartären C lagert sich schneller um, als Bromid angreift: Das Br landet am tertiären C.
Oft verwechselt mit: Radikalische Addition von HBr (Anti-Markownikow) · Oxymercurierung–Demercurierung
Häufige Fragen
Wann muss ich mit Umlagerungen rechnen?
Immer wenn ein Carbokation entsteht (SN1, E1, HX- und H₂O/H⁺-Addition) und ein Nachbar-C ein H oder eine Alkylgruppe hat, deren Wanderung ein stabileres Kation ergibt.
Wie vermeide ich die Umlagerung?
Mit Reaktionen ohne freies Kation: Oxymercurierung (für OH), Hydroborierung oder HBr mit Peroxid (anti-Markownikow).
